Artikel von Rike, 08.2026, Version 1
Dieser Artikel ist für neue Orgas, um ihnen einen leichteren Einstieg und ersten Überblick über das Thema Zugänglichkeit zu ermöglichen. Aber vielleicht entdecken alteingesessene Orgas, die schon viel umgesetzt haben, auch noch Dinge, die sie aufnehmen wollen.
Wieso ist es sinnvoll, über Zugänglichkeit nachzudenken?
- Man kann dadurch das Spiel für alle besser machen. Zum Beispiel kann man anstrengende Missverständnisse vermeiden, wenn man die Vision der Orga, die Art des Spiels und den Ablauf kommuniziert. Wenn solche Dokumente z.B. auch noch screenreader freundlich oder als Audiodatei vorhanden sind, kann das Menschen mit LRS oder Sehschwierigkeiten helfen und alle können es sich einfach auf der Fahrt anhören.
- Man kann mehr Menschen die Teilnahme am Hobby ermöglichen. Als ehrenamtliche Orga ist man kein Dienstleister und muss nicht alles für alle möglich machen. Aber als Orga entscheidet man auch, wer am Spiel teilnehmen kann, durch die Anmeldung und das Spieldesign. Und wenn es z.B. in der gesamten Larplandschaft keinen Con für günstige Preise, Einsteiger, Jugendliche oder unter 18 gibt, dann sind diese Menschen automatisch aus dem Hobby ausgeschlossen. Es liegt also nicht in der Verantwortung des einzelnen Cons sondern der Larpcommunity als ganzes zu versuchen unser Hobby zu öffnen und zugänglicher zu machen.
- Es ist möglich, seinen Con zugänglicher zu machen. Und man kann auch klein anfangen ohne viel zusätzliche Arbeit.
Mein erster Einstieg ins Thema
Ich war letztes Jahr das erste Mal mit Hauptorga bei einem Larp. Und als ich in die Einladung geschrieben habe “Gebäude ist nicht barrierefrei”, kam mir das doch sehr allgemein vor. Und ich fand es schade, dass die Barrieren Personen von unserem Larp ausgeschlossen haben. Danach habe ich mich gefragt, was verschiedene Menschen eigentlich brauchen, um an einem Larp teilnehmen zu können. Und wie wir unseren Con möglichst einladend gestalten können, sodass sich viele wohl und willkommen fühlen.
Am Anfang hatte ich zwei Sorgen: Zum einen war ich überfordert vom Thema Zugänglichkeit, weil es mir so groß und komplex vorkam. Es gibt so viele verschiedene Hintergründe und Bedürfnisse. Und sich zu informieren und Anpassungen bereitzustellen klang nach unüberschaubar viel Zusatzarbeit.
Mittlerweile weiß ich, dass das Thema wirklich komplex und vielfältig ist. Und den ersten Con für alle sofort zugänglich zu machen, ist nicht schaffbar. Aber das muss ich auch gar nicht. Ich kann klein anfang und stückweise dazulernen und Cons einladender gestalten. Dafür habe ich für mich einen allgemeinen Weg herausgearbeitet:
Schritt 1: Schauen, was man schon macht. Z.B. hatten wir veganes und vegetarisches Essen organisiert und der gesamte Plot fand in Hausnähe statt. Es ist gut, diese Sachen dann den Teilnehmenden mitzuteilen, am besten schon in der Einladung zum Con. Besonders wenn es keine Einladungscon ist. Außerdem ist es hilfreich, sich darüber klar zu sein, was man nicht leisten kann, sodass man nicht falsches verspricht.
Schritt 2: Auf die Teilnehmenden eingehen, die sich bereits zum Con angemeldet haben. Z.B. war für jemanden schnarchende Personen ein Problem und dann haben wir die Zimmeraufteilung entsprechend angepasst. Hier hat sich auch bewährt, dass wir in der Anmeldung gefragt haben “Was brauchst du, um gut teilnehmen zu können”. Dadurch haben wir dann konkrete Dinge von den Teilnehmenden erfahren. Wir haben geschaut, was mit unseren Kapazitäten umsetzbar ist und in Absprache mit den Teilnehmenden geplant, wie wir das machen. Und das ging einfach und es war schön zu sehen, wie viel wohler sich die Teilnehmenden gefühlt haben. Hier war also der Schlüsselpunkt, dass Teilnehmende sich sicher genug fühlen, um sich an uns zu wenden. Und wie die Kommunikation danach gestaltet wird. Wie das gelingen kann, steht im folgenden Artikel.
Schritt 3: Schauen, was man beim nächsten Con vorab schon mitdenken könnte. Z.B. mal eine rollstuhlgerechte Location oder Angebote für Larpanfänger oder Kinder. Solche Anpassungen können Leuten die Teilnahme ermöglichen, die bisher ausgeschlossen waren.
Meine zweite Sorge war, dass ich was falsch mache und jemanden verletze. Also die Angst vor Fettnäpfchen oder unabsichtlicher Diskriminierung. Hier musste ich einsehen, dass ich wohl immer Sachen falsch mache und falsch gemacht habe. Das einzige was ich tun kann ist, offen für Feedback sein, mich weiterbilden und nachsichtig sein.
In dem folgenden Artikel habe ich zusammengetragen, was ich aus Quellen und Gesprächen mitgenommen habe. Es soll ein grober Überblick und erster Einstieg ins Thema sein. Und hoffentlich Lust machen, danach durch die Originalquellen zu stöbern.
Natürlich ist das nur mein aktueller unvollständiger Wissensstand und du bist herzlich eingeladen, deinen eigenen beizutragen.
Hier gibt es ein Template in G-Doc, mit dem ihr arbeiten könnt.
Inhalt
Wieso ist es sinnvoll, über Zugänglichkeit nachzudenken? 1
Mein erster Einstieg ins Thema 1
Vor dem Larp 3
Planung und Design 3
Einladung und Anmeldung 6
Auf dem Larp 9
Nach dem Larp 10
Beispiele für Unterstützungsangebote 11
Quellen 12
Vor dem Larp
Planung und Design
Designentscheidungen können dazu führen, dass es bestimmten Menschen erschwert wird, an einem Larp teilzunehmen, sie komplett ausgeschlossen werden oder sie sich nicht willkommen fühlen. Deshalb ist es wichtig, Designentscheidungen bewusst zu treffen. Dafür schaut man, welche Barrieren sich aus dem Design ergeben und was essentiell für die Kernidee des Larps ist. Außerdem macht man sich klar, was im Nachhinein noch anpassbar ist und was nicht, da es zu viel Energie oder Zeit kosten würde. Zum Beispiel kann die Barrierefreiheit einer Burg oft nicht mehr gut angepasst werden, aber einzelne Charakterbeziehungen schon. [A,G,D]
Wenn einem klar ist, was man (nicht) anpassen kann oder will, kann man es von Anfang an kommunizieren. Dadurch wird es Menschen ermöglicht, eine bewusste und fundierte Entscheidung zu treffen, ob sie an dem Larp teilnehmen wollen oder können. Außerdem kommt es so zu weniger schwerwiegenden falschen Erwartungen, wegen denen entweder die Orga über ihre Kapazitäten geht oder Teilnehmende leiden müssen. [A,G,D]
Insgesamt wäre es wünschenswert, dass alle Menschen Cons nach ihren Vorlieben auswählen können und nicht nur danach, welche überhaupt zugänglich für sie sind. Und Zugänglichkeit betrifft sehr viele Menschen, z.B. ist jede 6 Person armutsgefährdet und jede 6 Person lebt mit einer Schwerbehinderung oder chronischen Krankheit in Deutschland, … .
Es geht nicht darum, vorab alles ins bis ins kleinste Detail zur Verfügung zu stellen, wenn es später noch leicht angepasst werden kann, wie z.B. ein Kühlschrankplatz für Medikamente zu ermöglichen, sondern auch Menschen mitzubedenken, für die bisherige Veranstaltungen standardmäßig schwer oder überhaupt nicht zugänglich sind.
Von Anfang an mitdenken
Ziel ist es nicht nur, verschiedenen Teilnehmenden zu ermöglichen, überhaupt auf der Con teilnehmen zu können, sondern ihnen auch die Chance auf ein gleichwertiges, zufriedenstellendes Erlebnis zu geben [A]. Wenn z.B. für eine Person mit Rollstuhl nur ein Teil des Geländes zugänglich ist, wird sie automatisch aus Teilen des Spiels ausgeschlossen. Außerdem geht es darum, dass Teilnehmende sich willkommen und mit Bedacht fühlen [G].
Es gibt einige Bereiche, wo man schon von Anfang an aufmerksam sein kann: Dazu zählt unter anderem die Wahl des Geländes und wie barrierefrei es ist [B,D]. Aber auch beim Plot kann man schauen, wie man ihn gestalten kann, um verschiedene Teilnehmende anzusprechen und einzubeziehen. Daneben lohnt es sich, beim Bau der Welt, Charaktere und Geschichte darauf zu achten, wie das auf z.B. marginalisierte Gruppen wirkt. Gute Artikel von Betroffenen darüber sind B, D, E, F, G, R, K, L, N, O, R. Ich habe versucht, sie kurz zusammenzufassen für einen ersten Einblick ins Thema. Aber ich empfehle sehr die Artikel selbst zu lesen für ein differenzierteres Bild und mehr Hintergrund.
Weltenbau
Ein Punkt beim Weltenbau ist zu überprüfen, dass marginalisierte Gruppen nicht aus der Welt und Geschichte rausgestrichen werden. Z.B. würde ein Universalheilmittel in der Zukunft behinderte Menschen unsichtbar machen und Charaktere mit Behinderungen wären nicht bespielbar [D].
Außerdem sollte man vorsichtig sein, wenn man mit Unterdrückung und Vorurteilen spielt, besonders wenn man nicht selbst betroffen ist. Es kann nämlich Teilnehmenden mit entsprechenden realen Erlebnissen den Spaß verderben, eine Version von sich selbst zu spielen [L]. Andererseits kann es auch unpassend sein, bestimmte Realitäten zu ignorieren. Wenn z.B. Rassismus in entsprechenden historischen Szenarien nicht bespielt wird, kann das eine Ausklammerung von POCs und ihrer Geschichte sein [R]. Allgemein ist besonders bei historischen Settings zu beachten, ob ein bestimmter Blickwinkel oder bestimmte Vorurteile reproduziert werden [L].
Ein weiteres Thema ist Gleichberechtigung in der Welt. Wenn es diese nicht gibt, sollte das gut durchdacht sein und alle Spielenden sollten trotzdem alle Charaktere bespielen können. Aber auch wenn man in einem sehr gleichberechtigten oder utopischen Setting spielt, braucht es Unterstützung durch das Design. Dazu gibt es eine tolle Erläuterung in K.
Ein guter Weg ist es, Leute einzuladen, die Welt mitzugestalten und ihre eigene Kultur bespielen zu können. Und Dinge für seine eigene Community zu entwickeln und zu schauen, ob man Themen aus dieser aufgreifen kann [R].
Charaktere schreiben
Auch für Charaktere gibt es ein paar Sachen zu beachten. Am wichtigsten ist es, schädliche Stereotypen nicht zu reproduzieren [B]. Um geschlechtsbezogene Stereotypen zu vermeiden, kann man z.B. die Charaktere geschlechtsneutral schreiben [G] (außer romantische oder sexuelle Beziehungen sind bedeutsam siehe N).
Außerdem sollte man überprüfen, dass z.B. Behinderungen oder Queerness nicht als Würzmittel oder cooles Gimmick eingesetzt werden, wie eine Augenklappe [O,E]. Oder andersherum den Charakter allein dadurch zu definieren und z.B. Queerness als Charaktergeschichte zu nutzen, anstatt Geschichten über queere Menschen zu erzählen [O].Stattdessen ist es gut, Charaktere vielschichtig, vielfältig und realistisch zu bauen. Und zu bedenken, was für Auswirkungen bestimmte Aspekte des Charakters haben, so führt z.B. eine queere Identität häufig zu einem queeren Freundeskreis [O].
Alle sollten die Möglichkeit haben, Charaktere zu bespielen unabhängig von ihrem Aussehen, Alter, sozialem Stand oder so. Dazu zählt z.B. dass Menschen mit Behinderungen auch Charaktere ohne Behinderungen spielen dürfen und ihre Hilfsmittel ignoriert werden [D]. Wenn wiederum Menschen ohne eigene Erfahrungen einen Charakter z.B. mit Behinderung oder queerer Identität bespielen, sollten sie genug Informationen und Zeit bekommen, um sich mit dem Charakter und der Darstellung auseinandersetzen zu können und sie so respektvoll spielen zu können.
Ein weiterer Punkt ist als Orga bei den Kostümen verschiedene Körpergrößen und Hautfarben mitzubedenken [F,G]
Auch hier ist es wieder ein guter Weg, Leute zu unterstützen, ihren eigenen Charakter mitzubringen und die Identität und Beziehungen zu bespielen, die sie wollen. Oder vorhandene Charaktere auf ihre Wünsche und Ideen anzupassen. [N]
Community
Damit Leute sich eingeladen fühlen, ist es auch wichtig, eine Community drumherum zu pflegen, in der sich Menschen sicher und willkommen fühlen. Q erklärt echt gut, was dazu beitragen kann: Alle Mitglieder verhalten sich respektvoll und teilen die Verantwortung, Verhalten zu überwachen und neue Mitglieder einzuführen. Wichtig dafür ist es zu verstehen, warum bestimmte Regeln aufgestellt wurden. Belästigung, Missbrauch und Übergriffe werden nicht geduldet.
Wenn es zu einem Konflikt kommt, werden Gefühle anerkannt, aber sie sind keine alleinige Grundlage für Handlungen. Betroffene bekommen angemessene Unterstützung, aber man ist gleichzeitig vorsichtig, Tätern eine bestimmte Absicht zu unterstellen oder Strafen zu verhängen. Stattdessen wird zunächst die Ursache der Krise verstanden und auf Aufklärung und Förderung des Dialogs mit einem neutralen Mediator gesetzt. Auch mit guten Absichten kann es aufgrund von Unwissenheit oder Unsicherheit zu unangenehmen Verhalten kommen.
Insgesamt ist es das Ziel, einen Raum für das Zusammenleben verschiedener Menschen und Meinungen zu ermöglichen. Wenn dieser geschützte Raum einladend ist, kann er sich erweitern und weitere Menschen können von der aufgebauten Awareness profitieren.
Team
Gestaltet man z.B. ein Larp für Jugendliche, sollte man frühzeitig Jugendliche einladen, mit im Team mitzuwirken. Diese kennen ihre Bedürfnisse und Erfahrungen genauer und bringen ihre eigenen Perspektiven mit. Diese sollte man ernst nehmen [S].
Es ist auch gut, marginalisierte Gruppen wie POCs oder behinderte Menschen einzuladen, im Team mitzuwirken. Aber man sollte Unterstützung und Weiterbildung durch sie nicht kostenlos einfordern. Noch besser ist es, sie zu ermutigen und zu unterstützen, ihre eigenen Visionen umzusetzen und ein eigenes Larp zu gestalten, indem man ihnen z.B. Orga-Erfahrungen und Ressourcen zur Verfügung stellt. [E,R,N]
Datenschutz
Datenschutz ist verpflichtend für Vereine, besonders bei hochsensiblen Daten wie von Kindern oder über Religionszugehörigkeit oder Gesundheit. Aber auch so ist es wichtig, darauf zu achten, um Teilnehmende zu schützen.
Der erste Schritt ist Datensparsamkeit. Das heißt, man erhebt nur die Daten, die unbedingt notwendig sind. Als nächstes kann man schauen, ob man statt Google-Formularen oder Gmail datensichere europäische Tools nutzt. Das ist oft gar nicht schwer (DatenVerarbeitung – LarpWiki, Übersicht Alternativen, Wechselrezepte – Digital Independence Day ).
Weitere Punkte sind, wo die Daten gespeichert werden und für wie lange, wie die Daten verknüpft sind (z.B. ob überall der vollständige Name der Spielenden steht) und wem sie zugänglich gemacht werden. Das ist auch wichtig beim Thema Bedürfnisse. Persönliche Details wie z.B. Behinderungen sollten nicht ohne explizite Erlaubnis bei der OT-Ansprache herausgestellt oder weitererzählt werden.
Bevor die Teilnehmenden etwas ausfüllen, sollten sie auf die Datenschutzhinweise hingewiesen werden. Der entsprechende Text kann in der Anmeldung selbst stehen oder es gibt einen Link dahin.
Einladung und Anmeldung
Ausschreibung
In der Ausschreibung ist es wichtig den Menschen die Informationen zu geben, die sie brauchen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ob sie an dem Larp teilnehmen wollen. Dabei ist es hilfreich, wenn die eigene Webseite übersichtlich aufgebaut ist, die Informationen gebündelt und prägnant sind und es Bilder des Standortes und Kontaktdaten gibt. Ein vollständiges Template für einen Anhang findest du Template Larpdetails. Weitere Ideen sind z.B. zwei Abschnitte “Dieses Larp ist (nicht) für dich, wenn” oder The Mixing Desk of Larp. Zusätzlich achtet man bei der Webseite oder Dokumenten auf Barrierefreiheit (Checker finden sich unter WAI Tool Liste).
Eine gute Ausschreibung kann beim Erwartungsmanagement helfen. Wenn klar ist, welchen Handlungsspielraum man hat, welche Themen auftreten und welche Erlebnisse erwartbar sind, kann Unzufriedenheit vorgebeugt werden. Teilnehmende können so schon frühzeitig das Gespräch mit der Orga suchen, z.B. um bei bestimmten Szenen vorgewarnt zu werden. Außerdem können sie sich besser vorbereiten.
Wenn bestimmte Themen wie z.B: Barrierefreiheit explizit kommuniziert werden, kann es auch dabei helfen, dass sich Menschen angesprochen, mitgedacht und einbezogen fühlen. (Mehr zu Inklusivitätserklärungen siehe L). Es ist auch gut, explizit Werbung zu machen, wenn man bestimmte Zielgruppen besonders mit ins Design einbezogen hat. Z.B. kann ein Larp für Jugendliche durch entsprechende Plattformen und persönliche Weitergabe neue Leute erreichen.
Außerdem kann mit einer Einladung Bereitschaft signalisiert werden, spezifische Unterstützungsangebote und Anpassungen in Absprache zu klären und ggf. möglich zu machen. Das lädt Menschen dazu ein, in Kontakt zu treten, besonders wenn sie Angst haben, anderen eine Last zu sein.
Daneben ist es aber auch wichtig, klar zu kommunizieren, wenn etwas nicht zugänglich ist oder nicht gewährleistet werden kann. Es sollte nichts versprochen werden, was nicht gehalten werden kann! Das hilft auch Menschen einfacher nach Cons zu suchen. Besonders wenn sie Ausschlusskriterien haben. Wenn man z.B. keine Treppen steigen kann, muss man sich so nicht bei jeder einzelnen Orga erkundigen, ob es einen Fahrstuhl gibt oder das Gelände ebenerdig ist. [A,E]
Natürlich kann bei Orgas die Sorge aufkommen, dass Leute sauer werden, wenn etwas Versprochenes nicht eingehalten wird, und schrecken deshalb vor ausführlichen Angaben zurück. Und es ist verständlich, dass sich Teilnehmende auf etwas verlassen wollen und bei unzureichenden Angaben sind das vielleicht nur eigene Annahmen. Aber es ist auch natürlich, dass sich bestimmte Dinge im Laufe der Vorbereitung oder auf der Con selbst ändern. Veränderungen sind völlig ok, wenn man sie als Orga früh genug kommuniziert.
Anmeldung
In der Anmeldung können spezifische Dinge wie Essensgewohnheiten oder Zimmervorlieben abgefragt werden (mehr siehe die Einladung). Außerdem kann es ein optionales Feld für Rufnamen und Pronomen geben. Und falls die Rollen von der Orga geschrieben oder verknüpft werden, können dafür Vorlieben und Grenzen abgefragt werden.
Es gibt aber auch Dinge, bei denen man sich gut überlegen muss, ob man sie abfragt. Ein Beispiel ist das OT-Geschlecht für romantische Verknüpfungen, worüber in T ausführlich diskutiert wird. Dann sollte immer klar sein, wieso die Information gebraucht und wie sie genutzt wird.
Darüber hinaus ist ein allgemeines Freitextfeld mit der Frage “Welche Unterstützung benötigst du, um gut/vollständig teilnehmen zu können” sehr hilfreich [B]. Dadurch wird man eingeladen, sich zu äußern und es können spezifische Bedürfnisse angesprochen werden. Wichtig ist, dass man sich als Orga zumindest meldet, wenn man keine Rücksicht auf die gewünschten Bedürfnisse nehmen kann. Besser ist es immer, als Orga erstmal den persönlichen Austausch zu suchen.
Kommunikation
Eine persönliche Kommunikation ist notwendig, um die spezifischen Bedürfnisse verstehen zu können. Dafür braucht es zumindest eine konkrete Ansprechperson. Auch gut ist, wenn man signalisiert, dass man offen für Gespräche ist. Teilnehmende sollen das Vertrauen bekommen, dass sie nach Hilfe fragen können und mit Respekt behandelt werden, egal ob ihnen entgegengekommen werden kann oder nicht.
Das Ziel eines solchen Gespräches ist es zu verstehen, welche genaue Unterstützung die andere Person braucht, um teilnehmen zu können. Als Orga sollte man dieses Bedürfnis ernst nehmen. So sind z.B. manche Behinderungen unsichtbar und für Betroffene ist es belastend, sich immer wieder rechtfertigen und beweisen zu müssen. Auch ist es nicht an einem zu bewerten, ob die Bedürfnisse der anderen Personen valide oder wichtig für sie sind.
Natürlich begegnet man vereinzelt Teilnehmenden, die sehr anspruchsvoll sind und unangemessene Forderungen stellen. Sie sind selten und man darf “nein” zu ihren Wünschen sagen. Aber diese sollten einen nicht davon abbringen, einladend und gesprächsbereit zu sein. Denn das ist wichtig, um die Teilnehmenden abzuholen, die sich unwohl fühlen, um etwas für sich selbst zu bitten. Es ist schade, wenn sie das erst auf oder nach der Veranstaltung tun, weil sie sich nicht sicher genug gefühlt haben. Die Grundlage ist eine vertrauensvolle Beziehung und zu vermitteln, dass man investieren und verstehen will. Auch sollte man aufmerksam sein, wenn Wünsche formuliert werden und darauf antworten.
Wichtig ist, dass die andere Person keine medizinischen Informationen oder Diagnosen preisgeben oder erklären muss, wenn sie das nicht will. Das kann z.B. bei psychischen Problemen auch sehr belastend sein. Als Orga muss man nur wissen, was für Informationen und Unterstützung gebraucht werden und ob es Auswirkungen auf andere Teilnehmende des Larps gibt.
Dabei sollte einem bewusst sein, dass man vermutlich nicht gut einschätzen kann, wozu die andere Person fähig ist und was sie braucht. Hier ist es gut, der anderen Person zuzuhören, ihr zu vertrauen und sich selbst fortzubilden. Es kann natürlich hilfreich sein, mögliche Problemstellen aufzuzeigen und Vorschläge für verschiedene Lösungsoptionen zu machen. Man sollte aber keine Entscheidungen für die andere Person treffen, sondern gemeinsam eine Lösung finden.
Es ist völlig ok, wenn das Ergebnis des Gespräches ist, dass man als Orga das nicht leisten kann. Es ist wichtig, als Orga darauf zu achten, die eigenen Teamressourcen nicht zu überanspruchen. Besonders als neue Orga überschätzt man sich leicht. Und auch Orga-Burnout ist ein reales Problem. Manchmal stehen Bedürfnisse auch in Konflikt miteinander und man muss harte Entscheidungen treffen.
Es ist viel besser klar zu kommunizieren, wenn etwas nicht umgesetzt werden kann, als einfach so etwas zu versprechen, wenn es nicht sicher gehalten werden kann. Auch wenn sich später etwas verändert oder etwas aus Versehen hinten runter gefallen ist oder gerade keine Kapazitäten für ein Gespräch da sind, sollte das kommuniziert werden.
[D,E,J]
Mögliche Anpassungen
Es ist hilfreich, sich nach den Anmeldungen das Gruppenlevel anzuschauen. Wenn z.B. alle Ü50 sind, streicht man vielleicht lieber die Sprint-Wettkämpfe. Als nächstes kann man auf die Menschen an den Rändern schauen, die vielleicht extra Ressourcen brauchen. Man kann ihnen Angebote machen und das Gespräch suchen. Außerdem ist es wichtig, mit allen Menschen, die bei der Anmeldung oder auf anderen Wegen Bedarf geäußert haben, in Kontakt zu treten.
Es lohnt sich auch zu schauen, ob bereits angemeldete Personen vielleicht gar nicht am Larp teilnehmen können oder es nicht genießen würden. Manchmal wissen sie es selbst nicht. Hier ist es gut, sich Zeit für individuelle Gespräche zu nehmen. Vielleicht haben sie etwas falsch verstanden oder einen eigenen Plan, wie sie das umgehen können.[J]
Anpassungen können vielfältig sein. Einen kleinen Einblick gibt es im Abschnitt Beispiele für Unterstützungsangebote. Dazu zählen Hilfsmittel wie ein Ruhebereich oder Navigationsmittel. Aber auch Informationen, z.B. dass in bestimmten Räumen oder Szene für eine Person belastende Themen bespielt werden, sodass diese sie umgehen kann. Weiterhin können Alternativen bereitgestellt werden wie ein Zusatzplot am Haus oder nur für Jugendliche. Oder bestimmte Sachen können organisiert werden, wie einen Schlafplatz im Haus zu ermöglichen.
Weitere Anpassungen sind, klare Ansprechpersonen zur Verfügung zu stellen. Das kann z.B. ein Mitspielender für Neulinge sein, den sie jederzeit fragen können und der ein Auge auf sie hat. Außerdem kann man Verknüpfungen mit anderen Charakteren ermöglichen, wenn der Teilnehmende z.B. als einziges neu dazukommt oder er Sorge hat, dass er aufgrund von Berührungsängsten nicht so viel angespielt wird [E].
Auch für einen als Orga kann man nach Anpassungen und Entlastungen suchen. Man muss nicht alles alleine leisten. Es ist gut, Dinge abgeben zu können oder zumindest eine Backup-Person zu haben und nicht alleine bei manchen Sachen zu sein. So gibt es z.B. häufig Teilnehmende, die Sanitäter oder psychologische Ersthelfer sind und die im Bedarfsfall helfen wollen. [B]
Während des Larps
Ein Larp ist eine komplexe Angelegenheit. Es ist eine Veranstaltung, bei der man immer was Organisatorisches vergessen hat, wie z.B. Handseife zu kaufen. Oder wo plötzlich die Heizung kaputt geht. Dann kommt noch das Spiel dazu mit seinen unvorhersehbaren Gruppendynamiken, räumlich verteilten Bewegungen und chaotischer Plotentfaltung. Außerdem kann es zu Streit zwischen Teilnehmenden kommen, zu Unfällen oder mentalen Zusammenbrüchen, Nachfragen oder Frustration, geplatzten Erwartungen und Träumen. Und egal wie schön man alles vorbereitet hat, man muss immer damit rechnen, dass Dinge schief gehen. Dazu zählt auch, dass Bedürfnisse vielleicht übersehen, vergessen oder verletzt werden. Das kann man nicht zu 100% verhindern.
Aber man kann vorher Strukturen etablieren, um das aufzufangen: Das Wichtigste ist, dass die Teilnehmenden eine Person haben, die wirklich ansprechbar ist. Das heißt, dass sie leicht gefunden werden kann und dass sie Zeit für einen hat bzw. einen entsprechend weiterleiten kann. Das kann z.B. eine dedizierte Ansprechperson für alle sein oder eine spezifisch zugeteilte. Es können auch verschiedene Personen für verschiedene Themen sein. Wenn es keine Person aus der SL ist, hat es den Vorteil, dass Themen abgefangen werden, die sie gar nicht betreffen. Besonders wenn die Themen emotional belastend oder anstrengend sind.
Folgende Probleme und Unterstützungsbedürfnisse können auftreten. Es ist gut sich schon vor der Con einen Backup-Plan für Ausnahmesituationen zurechtlegen (Dazu zählt auch, was passiert, wenn die Ansprechperson oder eine SL ausfällt).
- Ein Teilnehmender braucht Hilfe oder Hilfsmittel bei einem OT-Problem wie z.B. bei einem durchgeregnetem Zelt oder ein feststeckendem Auto.
- Ein Teilnehmender braucht jemanden, bei dem er sich 10 Minuten ausreden kann. Hier geht es nicht darum, Ratschläge oder eine Therapie zu bekommen.
- Ein Teilnehmender braucht jemanden, der ihn ermutigt oder narrativ coacht. Oder der zusammen mit ihm erarbeitet, was sein Charakter als nächstes tun kann und wie er wieder ins Spiel kommt. Hier reicht oft einfaches Zuhören und Nachfragen aus. Ggf. können andere Spielende als Hilfe mit dazugeholt werden.
- Ein Teilnehmender braucht Hilfe bei Accessibility-Themen z.B. weil bestimmte Laufwege immer wieder blockiert werden.
- Ein Teilnehmender ist in Konflikt mit anderen Teilnehmenden geraten und wurde z.B. diskriminiert. (Hier ist es wichtig, die Person ernst zu nehmen und zu schauen, was sie sich für ein weiteres Vorgehen wünscht. Man sollte sich auch vorher Richtlinien festlegen, wer wann wen wie von der Veranstaltung verweisen darf und wie mit Interessenkonflikten umgegangen wird.)
- Ein Teilnehmender braucht körperliche Erste Hilfe.
- Ein Teilnehmender braucht mentale erste Hilfe. (Es schadet oft aber mehr, wenn Laien etwas betreuen, wo eigentlich eine Psycholog*in oder Sozialarbeiter*in notwendig ist.)
Eine weitere Unterteilung ist das SWAT-System (siehe S. 279 in KP26).
[C, U, E]
Außerdem sollten auch auf der Con aktiv Informationen an die Teilnehmenden weitergeleitet werden, wie z.B. dass es zum Ritualplatz steil hinausgeht und es 5 Stunden dauert oder dass es erst in 2h Essen gibt. Dadurch können Teilnehmende gut vorausplanen.
Nach dem Larp
Nach dem Larp gibt es die Chance, den Menschen, die einen unterstützt haben, Sichtbarkeit und Dank zuteil kommen lassen [U].
Feedback
Außerdem kann man sich Feedback geben lassen. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, etwas zu bekommen, wenn man es sich explizit wünscht und verschiedene Kommunikationswege wie E Mail, ein Nachtreffen online,… hat. [B, G]
Feedback zu ermöglichen hat natürlich den Nachteil, dass man auch Feedback bekommen kann, das nicht wertschätzend, konstruktiv oder höflich ist. Es können Dinge angesprochen oder kritisiert werden, die gar nicht in der eigenen Verantwortung oder Einflussbereich lagen oder einfach nur Geschmackssache sind. Und negatives Feedback kann demotivieren, wenn man sich viel Arbeit gemacht hat, um anderen eine schöne Zeit zu bieten. Hilfreich kann eine Week of Stories sein, um sich als Orga erstmal erholen zu können und um Gefühle zu beruhigen.
Sich Feedback im Nachhinein einzuholen hat den Vorteil, dass Menschen vielleicht erst nach der Con Dinge auffallen, die sie nicht so gut fanden oder die sie sich nicht getraut haben, persönlich zu sagen. Natürlich ist es nicht einfach, Feedback unvoreingenommen anzuhören und anzunehmen. Oft nimmt man eine automatische Abwehrhaltung ein, wenn man auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Aber wenn man das bemerkt, kann man es loslassen und von den Anregungen und Bedenken dazulernen. Z.B. kann das Feedback “das war rassistisch“ wie ein persönlicher Angriff aufgenommen werden, obwohl rassistische Verhaltensweisen gesellschaftlich angelernt und verankert sind. Hier ist es wichtig, erstmal zuzuhören und sich weiter zu informieren. [R]
Weiterbildung
Es ist immer gut, sich weiterzubilden (Links siehe Weiterbildung) und seine Veranstaltung stückweise inklusiver, barrierefreier und einladender zu gestalten [B, G]. Dabei muss man beachten, dass man keine Weiterbildung von betroffenen Personen einfordert. Sie schulden einem nicht ihre Energie und Zeit [E]. Man kann sie nur einladen, ihre Position zu teilen und ihnen zuzuhören, wenn sie das wollen.
Ich selbst habe schon echt vieles von dem hier Genannten mal falsch gemacht … aber das ist natürlich kein Grund aufzugeben oder sich nicht zu bemühen, es besser zu machen🙂
Larp ist ein tolles Hobby, weil es uns verbinden und bereichern kann.
Beispiele für Unterstützungsangebote
Hier ein paar Beispiele für mögliche Aspekte und zugehörige Auswirkungen und Unterstützungsmöglichkeiten. Diese gelten natürlich nicht generell, sondern sollen erstmal nur ein Bewusstsein für die Vielfalt an Bedürfnissen schaffen:
- Körperlich
- Asthma, Übergewicht, chronische Schmerzen, Alter,… → ggf. Schwierigkeiten mit längeren Laufstrecken, körperlich belastende Betätigung wie tanzen oder kämpfen → Plotalternativen am Haus, Abkürzung von Wegen oder Shuttle, genug Sitzmöglichkeiten, …
- Schwangerschaft, Herzschrittmacher,… → keine Schläge abbekommen z.B. im Kampf → OT-Ansage, NSC-Ansage oder Schärpe als Signal für alle; oder Vorwarnung, wann und wo Kämpfe geplant sind (ggf Möglichkeit zum Zuschauen), explizite Nichtkampfbereiche, …
- Rollstuhlfahrer, chronische Schmerzen,… → auf Mobilitäts-Hilfsmittel angewiesen → feste Betten und Toiletten, barrierefreie Wege und Gebäude, … (Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen)
- Allergien, Unverträglichkeiten, Vegetarisch, Vegan → nicht alles essbar → vernünftige und vielfältige Alternativen, Kühlmöglichkeiten, Beschriftung von Essen, …
- Hörschwierigkeiten, taub → mündliche Ansagen nicht mitbekommen, …→ OT-Ansagen auch schriftlich …
- Sehschwierigkeiten, blind → Texte nicht lesbar, keine visuelle Orientierung, … → Navigationshilfen im Gelände, screenreader freundliche Pdfs oder Audiovariante…
- alle → körperliche Grenzen → ausreichend Schlaf, genug zu Essen und Trinken, erste Hilfe
- weiteres: Medikamente, die gekühlt werden müssen; Strom am Bett für Schlafmaske, …
- Sozial
- Jugendlich, Arbeitslos, Eltern → finanziell knapp → verbilligtes Ticket, Angebot zum Leihen von Verkleidung und Zelten, Mitfahrgelegenheiten, …
- Neulinge → Unsicherheit und Unwissenheit → klare verfügbare OT-Ansprechperson, Involvation und Verknüpfungen, Erklärung und Hilfe beim Anmelden und Transport koordinieren
- Jugendliche → eigene Themen und Bedürfnisse, Dinge das erste Mal machen und ausprobieren → Design für Hoffnung und Agency, Gesetzeslage Minderjährige
- Queer, Trans, POCs → Diskrimierungserfahrungen,… → Kontakt mit anderen, …
- Psychisch
- Kinder → Schwierigkeit Realität von Spiel zu unterscheiden, ungeeignete Themen,… → keine ungeeigneten Themen in ihrer Nähe bespielen, Gesetzeslage Minderjährige, P
- Leserechtschreibschwäche → Schwierigkeiten mit sehr vielen langen Texten → Plot, der nicht nur auf Dokumenten basiert, Workshops statt Wall of Text
- eigene Grenzen und Vorlieben → Absprache und Kalibrierung → offizielle Safetymechaniken, Kommunikationsmöglichkeiten- und Wege
- Trauma, persönliche Erlebnisse, … → bestimmte Themen nicht bespielen,… → Themenbekanntmachung, Absprachen, Safetymechaniken, Rückzugsmöglichkeiten, …
- Belastungsgrenze → nicht so lange oder so intensive Larps → Minilarps oder Tageslarps oder Tagesgast, OT-Raum, einfache Beschäftigungen wie Puzzeln…
- Neulinge, … → unsicher, überfordert, wenig Energie für Initiative → Klare Aktivitäten mit greifbaren Konsequenzen und Belohnungen als Ausweichoptionen wie plotrelevantes Puzzel, kleine Queste oder kurze Black-Box-Szenen mit weniger Initiative oder Larp know-how; ingame Verantwortung mit einem anderen Spielenden teilen; Verknüpfungen
- weiteres: einfache Sprache, Ansprechpersonen, Workshops, Debriefing…
Und hier noch mal der Link zum Template in G-Doc, mit dem ihr arbeiten könnt.
Quellen
A Player Limitations and Accessibility in Larp – Beatrix Livesey-Stephens und Bjørn-Morten Vang Gundersen, 03.2024
B 8 Ways to Make a LARP or Event Accessible
C Accessibilityat Larp and challenging the gatekeeping – Lune Spades, 15.2021
D The Absence of Disabled Bodies in Larp Video Disability Access, larp, and you – Shoshana Kessock, 02.2017
E Inclusion in Larp: Between Challenge and the Experience of Limits Video Inclusion in larp: Between challenge and the experience of limits – Björn Butzen, 07.2024
F I’m not too fat for your Larp – Shoshana Kessock, 09.2019
G Video Three Ways to Make Games More Inclusive – Lars Nerback, 2013
H Podcast Körperliche Einschränkungen 05.2020
I Podcast Barrierefreiheit und Inklusion im Liverollenspiel 06.2025
Larp Design: Creating Role-play Experiences – Knudepunkt 2019
J Designing ahead of participant needs – Karin Edman, (54-60)
K DESIGNING FOR EQUALITY – Frederikke Sofie Bech Høyer, (164-166)
L DESIGNING FOR INTERSECTIONAL IDENTITIES – Kat Jones, Mo
Holkar, Jonaya Kemper, (167-173)
M Accessibility as Playability by Eleanor Saitta & Sebastian F. K. Svegaard, (174)
N DESIGNING FOR QUEER AND TRANS PLAYERS- Eleanor Saitta – Sebastian F. K. Svegaard, (175 – 182)
O OTHER COMMON DESIGN PITFALLS – Eleanor Saitta – Sebastian F. K. Svegaard, (183)
P DESIGNING LARP FOR CHILDREN – Merli Juustila, (184 – 188)
Q The Paradox of Inclusivity – Axiel Cazeneuve, 21.05.2020
R More Than a Seat at the Feasting Table – Jonaya Kemper, 07.02.2018
Anatomy of Larp Thoughts: a breathing corpus
S Design for young adult players – The relevance of designing for hope, agency and inclusion – Frederikke S. B. Høyer, (71- 81)
T Gender Matters: Thoughts about Accessibility, Inclusivity, and Gender-based Policing – Mirka Oinonen, (313 – 326)
U Planning on-site player support – Paula Pennanen, Hissu Hyvärinen, Markus Montola, 2025
Links für Weiterbildung:
- Podcasts z.B. Jetzt mal Kurz OT
- Artikel z.B. Emotionale Sicherheit im Larp, Saftey in Larp, Allgemeins über Larpveranstaltungen, Quellen
- Persönlicher Berichte z.B. Beitrag über Larpen als Schwerbehinderter
- weiteres aus dem PnP Bereich: Roll inclusive, Podcast Repräsentation von Krankheit und Behinderung Podcast Mental Health – Teil 1 Podcast Der Umgang mit Rassismus,
- Checkliste für inklusive und nachhaltige Larps
- Zehn Tipps für den respektvollen Umgang mit behinderten Menschen
Kontakt: 42rike@gmx.de oder Rike auf Discord
vielen Dank an alle Feedbackgeber*innen!