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  • Immersion und Erleben im Liverollenspiel – Episode 011

    Immersion und Erleben im Liverollenspiel – Episode 011

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    Marina Weisband
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    Lena Falkenhagen

    Im Mittelpunkt dieser elften Episode des Podcasts steht die Frage, was Immersion eigentlich bedeutet und wie sie das Spielerlebnis prägt. Marina beschreibt Immersion als ein echtes Hineinversetzen in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Figur – mehr als bloßes Darstellen einer Rolle. Lena ergänzt eine begriffliche Einordnung in die Stufen der Immersion nach Brown/Cairns: Engagement, Verzauberung und echte Präsenz. Gemeinsam erkunden sie, wie unterschiedliche Spielstile, Machtkonstellationen und emotionale Intensität beeinflussen, wie tief Spielende eintauchen.

    Zwei Figuren sitzen nebeneinander auf einer Kirchenbank, die Frau in rot und schwarz schaut zum Betrachter, der Kardinal Richelieu schaut sie über seinen Arm an, der auf ein Schwert gelehnt ist.
    Erschafferin und erwachte Figur in L’Inconscience

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Chancen und Grenzen immersiven Spiels. Sie sprechen über mögliche therapeutische Effekte, aber auch über die Verantwortung gegenüber Mitspielenden. Dabei kommt das Konzept des „Bleed“ zur Sprache – also die Wechselwirkung zwischen Figurenemotionen und eigenen Gefühlen – und dessen produktive wie auch belastende Seiten.

    Auch äußere Faktoren wie Kulisse, Kostüme und Atmosphäre werden als wichtige Bedingungen für Immersion diskutiert. Authentizität erscheint dabei nicht als feste Größe, sondern als etwas, das sich im Lauf der Zeit und durch popkulturelle Bilder wandelt.

    Am Ende steht die Einladung, verschiedene Formen von Immersion bewusst auszuprobieren und das Spiel als Raum für intensives Erleben und persönliche Entwicklung zu begreifen.

    UMFRAGE: die im Podcast erwähnte Umfrage zu Bedürfnissen im Larp ist HIER:
    https://forms.gle/hCUbhu7nbdgQfTQe9

    Lena Falkenhagen
    www.falkenhagen.de

    Marina Weisband
    https://marinaweisband.de/
    https://www.aula.de/

    Literatur:
    – Brown, Emily and Paul A. Cairns. “A grounded investigation of game immersion.” CHI EA ’04 (2004).
    – Bowman, Sarah Lynne (2018). „Immersion and Shared Imagination in Role-Playing Games“. In Zagal, José P. and Deterding, S. (eds.), Role-Playing Game Studies: Transmedia Foundations. New York: Routledge, 379-394.
    – Csíkszentmihályi, Mihály. „Das Flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile: Im Tun aufgehen.“ Deutsche Ausgabe bei Klett-Cotta, 12. Auflage 2025.
    – Katrine Wind und Karijn van der Heij: „Plaing an Engaging Victim“. Nordic Larp 2020. https://www.nordiclarp.org/2020/09/24/playing-an-engaging-victim/

    Weiterführende Literatur:
    – Bowman, Sarah Lynn, Elektra Diakolambrianou and Simon Brind (eds): Transformative Roleplaying Game Design. Uppsala University Library 2025.
    https://books.uu.se/uup/catalog/view/35/126/239

    Credits:
    Larpfotos: Meridian Photos
    Larp Orga: Not only Larp
    In the pictures: Lena Falkenhagen und Will Osmond

  • Liverollenspiel mit Kindern – Episode 010

    Liverollenspiel mit Kindern – Episode 010

    In dieser Episode sprechen wir mit Alex vom Podcast Alles Larp? darüber, wie Liverollenspiel mit Kindern möglich ist, ob und wie sie davon profitieren können, mit Erwachsenen zusammen in Rollen zu schlüpfen, und was die Erwachsenen selbst davon haben.
    Wir sprechen auch darüber, ab welchen Altersstufen Kinder Fiktives von Realem unterscheiden können und führen ins Thema ein, welche Pflichten Veranstalter und Eltern innehaben.

    Lena Falkenhagen
    www.falkenhagen.de

    Marina Weisband
    https://marinaweisband.de/
    https://www.aula.de/

    Alex von Alles Larp?
    https://alles-larp.podigee.io/

    Weitere Literatur:

    Psychosoziale Entwicklung:

    • E. Erikson, Kindheit und Gesellschaft,

    Kognitive Entwicklung:

    • J. Piaget, Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde, Psychologie der Intelligenz,

    Bindungstheorien und emotionale Entwicklung:

    • Bowlby/Ainsworth

    Soziokulturelle Entwicklung:

    • L. Wygotski, Denken und Sprechen

    Moralische Entwicklung:

    • Lawrence Kohlberg – Essays on Moral Development

    Praxisnahe Literatur:

    • R. H. Largo (Babyjahre, Kinderjahre,Jugendjahre)
    • W.Schneider & F. Petermann (Entwicklungspsychologie der Kindheit)
  • Barrierefreiheit und Inklusion im Liverollenspiel – Episode 009

    In dieser Episode von „Spielend Subversiv“ diskutieren Lena Falkenhagen und Marina Weisband zusammen mit ihrem Gast Björn Butzen das Thema Barrierefreiheit und Inklusion im Live-Rollenspiel. Björn, der seit 2014 im LARP aktiv ist und aufgrund seiner Dysmelie eine besondere Perspektive auf diese Thematik einbringt, teilt seine Erlebnisse und Herausforderungen als behinderte Person in der Szene.

    Björn Butzen steht in schwarzem Kurzarm-Shirt lächelnd im Vordergrund. Er trägt Brille und Bart. 
Im Hintergrund das Berliner Spreeufer bei Sonnenschein.
    Bild von Isabell Nubel

    Am Anfang werden grundlegende Aspekten der Barrierefreiheit im LARP beleuchtet und wie diese durch teils kleine organisatorische Maßnahmen verbessert werden können. Björn erklärt, dass es nicht nur um physische Zugänglichkeit wie beispielsweise rollstuhlgerechte Toiletten oder Übernachtungsmöglichkeiten geht, sondern auch um soziale Integration und die Frage, wie man als Mensch mit Behinderung im Spiel ernst genommen wird. Nicht nur organisatorische Gegebenheiten sollten betrachtet werden, auch die zwischenmenschliche Interaktion, die oft durch Vorurteile und Unsicherheiten belastet ist.

    Ein ganz wesentlicher Punkt ist die Notwendigkeit von Transparenz bei LARP-Veranstaltungen. Björn betont, wie wichtig es ist, dass Organisatoren klar kommunizieren, welche Maßnahmen zur Barrierefreiheit bereits getroffen werden. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern ermöglicht auch eine informierte Entscheidung der Teilnehmenden. Die Präsentation von Informationen auf Webseiten hilft, Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu ermutigen, sich anzumelden und Fragen zum eigenen Bedürfnisprofil zu stellen.

    Zum Schluss dreht sich die Diskussion um die Rollenfindung im Liverollenspiel und wie Körperlichkeit die Charakteroptionen beeinflusst. Lena und Marina teilen ihre Erfahrungen mit reduzierten Rollenangeboten, wenn man körperliche Einschränkungen hat. Dabei kommt auch zur Sprache, dass viele Liverollenspieler unterschiedliche Bedürfnisse haben – nicht nur die mit sichtbaren Behinderungen, sondern auch Menschen mit psychischen, mentalen oder sozialen Herausforderungen oder speziellen Bedürfnissen.

    Björn in Gewandung für ein Liverollenspiel im Wald. er trägt Fellumhang und eine Maske aus Ziegentotenschädel mit Hörnern.
    Foto von Jessi

    Im Fazit stellen die Gastgeberinnen und Björn fest, dass die LARP-Community inklusiver sein kann, sofern ein Dialog stattfindet. Ein Aufruf an die Organisatoren von Larps lautet daher: aktiv den Austausch mit den Teilnehmenden zu suchen und Vorurteile abzubauen. Das Ziel muss sein, eine harmonische und zugängliche Spielumgebung für alle zu schaffen, in der niemand aufgrund seiner individuellen Unterschiede ausgegrenzt wird.

    Weiterführende Links:

    Björns Beitrag bei Nordic Larp Talks:

    https://nordiclarptalks.org/inclusion-in-larp-between-challenge-and-the-experience-of-limits-bjorn-butzen/

    Hilfen bei der Gestaltung von barrierefreien Webseiten:

    https://jilllynndesign.com/what-is-website-accessibility

    https://gehirngerecht.digital/wie-du-barrierefreie-farben-waehlst/

    https://gehirngerecht.digital/barrierefreie-schriftarten-die-richtige-typografie-waehlen/

    https://contrast-grid.eightshapes.com/

  • Beziehungen im Liverollenspiel – Episode 008

    Beziehungen im Liverollenspiel – Episode 008

    Eine Frau sitzt in goldenem Barockkleid auf dem Boden; ein Mann in schwarz-goldenem barockem Wams auf einem Stuhl daneben. Er schaut zu ihr herab, sie hört ihm zu, schaut aber an ihm vorbei.
Die Perspektive ist von schräg oben. Darum herum stehen Leute in barocker Kleidung. Im Hintergrund eine LED-Kerze.

    In dieser Episode diskutieren Lena Falkenhagen und Marina Weisband mit Gästin Anita, Kommunikationspsychologin, die komplexen Beziehungen im Live-Rollenspiel (LARP). Wir reflektieren über die Verbindung zwischen Charakteren und Spielern, emotionalen Bindungen zu Nicht-Spielercharakteren (NSCs) sowie die Herausforderungen der Wahrnehmung von Realität und Fiktion.
    Das Thema Liebesbeziehungen im LARP und die Dynamiken zwischen Spielern und Orga-Mitgliedern werden ebenfalls behandelt. Letztlich zeigt sich, dass Beziehungen im LARP ein vielschichtiges Netz emotionaler Erlebnisse sind, das für unsere persönliche Entwicklung entscheidend ist.

    In dieser Folge wird das Thema Suizid angesprochen. Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112.

    Sie erreichen die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei
    unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.

    Larp: L’Inconscience by Notonlylarp

    Foto von Meridian Foto

  • Der Feind im eigenen Bett: Antagonisten – Episode 007

    Der Feind im eigenen Bett: Antagonisten – Episode 007

  • Wie spiele ich Macht im Liverollenspiel? – Episode 006

    Wie spiele ich Macht im Liverollenspiel? – Episode 006

  • Reaction Ep: Gefühle vor und nach dem Liverollenspiel – Episode 005

    Reaction Ep: Gefühle vor und nach dem Liverollenspiel – Episode 005

  • Wie werden Konflikte im Liverollenspiel gespielt? – Episode 004

    Wie werden Konflikte im Liverollenspiel gespielt? – Episode 004

    Der psychologische Umgang mit Konflikten und Sicherheitstechniken

  • Was macht Liverollenspiel psychologisch mit uns? – Episode 003

    Was macht Liverollenspiel psychologisch mit uns? – Episode 003

  • Verschiedene Formate und Stile im Liverollenspiel – Episode 002

    Verschiedene Formate und Stile im Liverollenspiel – Episode 002